Peter Lustig: 10 Fakten über sein bewegtes Leben

Stefanie Weiß
21 Min Read

 

Contents
  • 6. Peter Lustig schrieb selbst an seinen Sendungen mit
  • 7. Umwelt- und Klimathemen beschäftigten ihn sehr früh
  • 8. Eine schwere Krankheit veränderte sein Leben
  • 9. Das Gerücht, er habe Kinder nicht gemocht, war falsch
  • 10. Seine Arbeit erhielt bedeutende Auszeichnungen
  • Was machte Peter Lustigs Erklärstil so besonders?
  • Häufige Fragen zu Peter Lustig
  • Peter Lustigs Vermächtnis im deutschen Fernsehen
  • Fazit: Peter Lustig machte Neugier zu seinem Lebenswerk
  • Peter Lustig: 10 Fakten über sein bewegtes Leben

    Eine blaue Latzhose, eine Nickelbrille und ein gemütlicher Bauwagen: Mehr brauchte Peter Lustig nicht, um Millionen Zuschauer für Natur, Technik und Umwelt zu begeistern. Sobald er auf dem Bildschirm erschien, wirkte selbst eine gewöhnliche Pfütze wie der Anfang eines großen Abenteuers.

    Dabei war Peter Lustig kein klassischer Fernsehstar. Er sprach ruhig, stellte einfache Fragen und tat nie so, als wüsste er bereits alles. Stattdessen beobachtete er, probierte Dinge aus und holte sich Rat bei Fachleuten. Genau diese offene Haltung machte ihn glaubwürdig.

    Für viele Menschen gehört seine Sendung „Löwenzahn“ fest zur Kindheit. Doch hinter dem bekannten Fernsehmoderator steckte weit mehr als die Figur im Bauwagen. Peter Lustig war Rundfunkmechaniker, Elektrotechniker, Toningenieur, Autor, Erfinder und neugieriger Weltbeobachter. Außerdem erlebte er Flucht, Krankheit und große persönliche Veränderungen.

    Die folgenden zehn Fakten zeigen, wie abwechslungsreich sein Leben tatsächlich war und warum sein Vermächtnis bis heute weiterlebt.

    Peter Lustig im kurzen BIO-Überblick

    Merkmal Angaben
    Vollständiger Name Peter Fritz Willi Lustig
    Geburtsdatum 27. Oktober 1937
    Geburtsort Breslau, damals Deutsches Reich, heute Wrocław in Polen
    Sterbedatum 23. Februar 2016
    Alter 78 Jahre zum Zeitpunkt seines Todes
    Beruf Fernsehmoderator, Autor, Drehbuchautor, Sprecher und Toningenieur
    Nationalität Deutsch
    Geschätztes Vermögen Keine verlässliche öffentliche Angabe vorhanden
    Bekannte Werke „Pusteblume“, „Löwenzahn“, „mittendrin“, „Raumschiff Erde“
    Wichtige Erfolge Zwei Grimme-Preise und das Bundesverdienstkreuz am Bande

    Warum Peter Lustig noch immer unvergessen ist

    Peter Lustig erklärte die Welt, ohne belehrend zu wirken. Das klingt einfach, ist aber eine seltene Fähigkeit. Viele Wissenssendungen präsentieren Antworten. Er begann dagegen fast immer mit einer Frage.

    Wie funktioniert eine Heizung? Warum brauchen Pflanzen Licht? Woher kommt eigentlich der Strom? Was geschieht mit unserem Müll? Solche Alltagsthemen verwandelte er in kleine Entdeckungsreisen.

    Seine Zuschauer sollten nicht nur zuhören. Sie sollten selbst beobachten, ausprobieren und nachdenken. Deshalb war „Löwenzahn“ mehr als Unterhaltung. Die Sendung verband Kinderfernsehen, Umweltbildung, Medienpädagogik und leicht verständliche Wissensvermittlung.

    Zudem behandelte Peter Lustig schon früh Themen, die heute besonders aktuell sind. Dazu gehörten Recycling, Energieverbrauch, Artenschutz, Verkehr, Umweltverschmutzung und nachhaltiges Leben.

    1. Seine Kindheit wurde von Krieg und Flucht geprägt

    Peter Lustig wurde am 27. Oktober 1937 in Breslau geboren. Die Stadt heißt heute Wrocław und liegt in Polen. Seine frühen Lebensjahre fielen in eine schwere Zeit. Der Zweite Weltkrieg bestimmte den Alltag vieler Familien.

    Als Kind musste er mit seiner Familie aus Breslau fliehen. Diese Erfahrung hinterließ Spuren. Verlust, Unsicherheit und ein völliger Neuanfang gehörten damit schon früh zu seiner Biografie.

    Später sprach Peter Lustig nicht ständig öffentlich über diese Zeit. Dennoch hilft seine Kindheit dabei, einige Seiten seines Charakters besser zu verstehen. Er schätzte einfache Lösungen, persönliche Freiheit und ein Leben mit möglichst wenig unnötigem Besitz.

    Der berühmte Bauwagen aus „Löwenzahn“ war zwar Teil einer erfundenen Fernsehgeschichte. Trotzdem passte dieses mobile und unabhängige Zuhause erstaunlich gut zu seiner Haltung. Statt Luxus standen Fantasie, Wiederverwendung und praktische Ideen im Mittelpunkt.

    Eine Erfahrung, die seine Sicht auf Besitz veränderte

    Wer schon als Kind erleben musste, wie schnell ein vertrautes Zuhause verloren gehen kann, entwickelt oft einen anderen Blick auf materielle Dinge. Bei Peter Lustig schien nicht der Besitz selbst wichtig zu sein. Entscheidend war vielmehr, was man aus vorhandenen Dingen machen konnte.

    Diese Einstellung zeigte sich später in vielen Folgen von „Löwenzahn“. Alte Bretter, Rohre, Fahrräder oder Haushaltsgegenstände wurden nicht sofort weggeworfen. Stattdessen entstanden daraus neue Konstruktionen und überraschende Erfindungen.

    2. Peter Lustig war ursprünglich kein Schauspieler

    Viele Zuschauer hielten Peter Lustig vermutlich für einen ausgebildeten Moderator oder Schauspieler. Tatsächlich begann seine berufliche Laufbahn jedoch in einem völlig anderen Bereich.

    Er machte eine Ausbildung zum Rundfunkmechaniker und beschäftigte sich anschließend intensiv mit Elektrotechnik. Später arbeitete er als Techniker und Toningenieur. Er kannte sich also mit Kabeln, Mikrofonen, Aufnahmegeräten und elektronischen Schaltungen aus.

    Dieses technische Wissen war für seine spätere Fernseharbeit besonders wertvoll. Wenn er in „Löwenzahn“ einen Motor, ein Radio oder eine Stromleitung erklärte, sprach er nicht nur einen vorbereiteten Text. Er verstand viele technische Grundlagen aus eigener Erfahrung.

    Peter Lustig musste die Rolle des neugierigen Tüftlers daher nicht künstlich spielen. Sie passte zu seiner tatsächlichen Persönlichkeit.

    Technik war für ihn ein Werkzeug, kein Selbstzweck

    Trotz seiner Ausbildung stellte er Technik nie als etwas Magisches dar. Er zerlegte komplizierte Vorgänge in kleine Schritte. Dadurch konnten auch Kinder verstehen, was in einer Maschine geschieht.

    Diese Art der Erklärung ist bis heute ein gutes Beispiel für verständliche Bildung: keine unnötigen Fremdwörter, keine langen Vorträge und keine übertriebene Vereinfachung.

    3. Er war am Ton der berühmten Kennedy-Rede beteiligt

    Zu den erstaunlichsten Stationen im Leben von Peter Lustig gehört seine Verbindung zu einem historischen Ereignis. Bevor er im Kinderfernsehen bekannt wurde, arbeitete er als Tontechniker.

    Am 26. Juni 1963 besuchte der damalige US-Präsident John F. Kennedy West-Berlin. Vor dem Rathaus Schöneberg hielt Kennedy seine berühmte Rede mit dem Satz „Ich bin ein Berliner“.

    Peter Lustig war bei diesem Ereignis als Tonmann im Einsatz. Seine Aufgabe bestand darin, für eine saubere und verständliche Aufnahme der Rede zu sorgen.

    Damals konnte er vermutlich kaum ahnen, wie oft diese Worte später wiederholt werden würden. Die Aufnahme wurde zu einem wichtigen Dokument der deutschen Nachkriegsgeschichte und des Kalten Krieges.

    Diese Episode zeigt, wie ungewöhnlich seine berufliche Laufbahn war. Lange bevor er Fragen über Pflanzen, Tiere oder Maschinen stellte, arbeitete er bereits hinter den Kulissen großer Medienproduktionen.

    4. Seine Fernsehkarriere begann eher zufällig

    Peter Lustig hatte zunächst keine klare Karriere als Fernsehmoderator geplant. Seine ersten Auftritte vor der Kamera entstanden aus verschiedenen Projekten im Kinderfernsehen.

    In den frühen 1970er-Jahren war er unter anderem in Beiträgen für „Die Sendung mit der Maus“ zu sehen. Auch die „Sesamstraße“ gehörte zu seinen frühen Fernsehstationen.

    Ein bekannt gewordener Auftritt zeigte, wie ein Ei auf seinem Kopf zerplatzte. Die Szene war ungewöhnlich, komisch und einprägsam. Vor allem wirkte Peter Lustig dabei völlig ungezwungen.

    Ende der 1970er-Jahre erhielt er schließlich die Gelegenheit, die Kindersendung „Pusteblume“ zu moderieren. Das Format beschäftigte sich bereits mit Natur, Umwelt und alltäglichen Fragen.

    Später entstand daraus beim ZDF die Sendung „Löwenzahn“. Damit begann das Kapitel, das Peter Lustig zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten des deutschen Kinderfernsehens machte.

    Warum seine Natürlichkeit vor der Kamera funktionierte

    Peter Lustig versuchte nicht, besonders jugendlich oder übertrieben lustig zu wirken. Er sprach mit Kindern ernsthaft, aber nie streng. Zudem akzeptierte er, dass eine gute Frage manchmal wichtiger ist als eine schnelle Antwort.

    Gerade deshalb wirkte er nahbar. Er spielte keine perfekte Autorität. Er war eher ein freundlicher Nachbar, der zufällig Lust hatte, eine Sache genauer zu untersuchen.

    5. Der Bauwagen wurde zum Symbol einer ganzen Generation

    Als „Löwenzahn“ 1981 startete, zog die Fernsehfigur Peter in einen umgebauten Bauwagen. Dieser stand auf einem Grundstück im erfundenen Ort Bärstadt.

    Der Wagen war klein, aber voller ungewöhnlicher Ideen. Es gab selbst gebaute Möbel, technische Konstruktionen und viele Gegenstände, die ein zweites Leben erhalten hatten.

    Zusammen mit der blauen Latzhose und der runden Brille wurde der Bauwagen zum Markenzeichen der Sendung. Er verkörperte Unabhängigkeit, Kreativität und einen bewussten Umgang mit Ressourcen.

    Auch der Kontrast zu Nachbar Hermann Paschulke sorgte für Unterhaltung. Paschulke mochte Ordnung, Bequemlichkeit und klare Regeln. Peter hinterfragte dagegen vieles und suchte nach anderen Wegen.

    Bärstadt war klein, die Themen waren groß

    Rund um den Bauwagen behandelte die Serie erstaunlich viele Bereiche:

    • Tiere und Pflanzen
    • Umweltschutz und Naturschutz
    • Energie und Elektrizität
    • Wasser, Wetter und Klima
    • Verkehr und Mobilität
    • Ernährung und Gesundheit
    • Handwerk und Industrie
    • Weltraum und Forschung
    • Müllvermeidung und Recycling
    • Technik im Alltag

    Dadurch wurde der Bauwagen zu einer Art offenem Forschungslabor. Fast jede Folge begann mit einem alltäglichen Problem. Daraus entwickelte sich Schritt für Schritt eine größere Geschichte.

    6. Peter Lustig schrieb selbst an seinen Sendungen mit

    Peter Lustig stand nicht nur vor der Kamera. Er beteiligte sich auch inhaltlich an seinen Projekten und schrieb an Drehbüchern und Texten mit.

    Das erklärt, warum die Figur so glaubwürdig wirkte. Viele Gedanken, Interessen und Überzeugungen des echten Peter Lustig flossen in die Fernsehrolle ein.

    Seine Erklärungen folgten häufig einem klaren Muster. Zuerst tauchte eine Frage auf. Danach stellte er Vermutungen an. Anschließend beobachtete er etwas, baute ein Modell oder besuchte einen Experten. Am Ende gab es eine verständliche Antwort, aber oft auch neue Fragen.

    Diese Struktur förderte eigenständiges Denken. Kinder sollten Wissen nicht einfach auswendig lernen. Sie sollten verstehen, wie man selbst zu einer Antwort kommen kann.

    Neben Drehbüchern schrieb Peter Lustig auch Kinderbücher, Sachbücher und Bastelbücher. Zu seinen bekannten Veröffentlichungen gehört „Lieber Momme – Wunderliche Briefe“. Das Buch entstand aus Briefen, die er während Krankenhausaufenthalten an seinen Sohn schrieb.

    Mehr als nur „Löwenzahn“

    Obwohl „Löwenzahn“ sein bekanntestes Werk blieb, war Peter Lustig an weiteren Produktionen beteiligt. Dazu zählte die Sendereihe „mittendrin“, die sich stärker an ein älteres Publikum richtete.

    Außerdem arbeitete er als Sprecher und beschäftigte sich in verschiedenen Formaten mit Umwelt, Wissenschaft und Technik. Damit blieb er seinem wichtigsten Thema treu: komplizierte Zusammenhänge verständlich zu machen.

    7. Umwelt- und Klimathemen beschäftigten ihn sehr früh

    Heute sprechen Schulen, Medien und Unternehmen ständig über Nachhaltigkeit. Als Peter Lustig damit im Fernsehen begann, waren viele dieser Themen noch längst nicht im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion.

    In „Löwenzahn“ ging es früh um erneuerbare Energie, begrenzte Rohstoffe, Luftverschmutzung, Müll und den Schutz natürlicher Lebensräume. Auch Elektroautos, Solarenergie und sparsamer Stromverbrauch wurden behandelt.

    Dabei wirkte die Sendung selten wie ein moralischer Vortrag. Peter Lustig zeigte praktische Zusammenhänge. Woher kommt das Benzin? Was passiert mit Abwasser? Warum verschwinden bestimmte Tierarten? Wie kann man Dinge reparieren, statt sie sofort zu ersetzen?

    Auf diese Weise machte er ökologische Bildung greifbar. Ein Kind musste keine komplizierten Fachbegriffe kennen, um die Grundidee zu verstehen.

    Nachhaltigkeit begann im Bauwagen

    Der Bauwagen war selbst ein Beispiel für Wiederverwendung. Er bestand aus einem alten Fahrzeug, das in ein funktionierendes Zuhause verwandelt worden war.

    Möbel und technische Lösungen wurden oft selbst gebaut. Nicht alles musste neu gekauft werden. Diese Haltung ist heute unter Begriffen wie Upcycling, Minimalismus und nachhaltiger Konsum bekannt.

    Peter Lustig erklärte diese Ideen schon damals, ohne ständig moderne Schlagwörter zu verwenden.

    8. Eine schwere Krankheit veränderte sein Leben

    Im Jahr 1984 erkrankte Peter Lustig an Lungenkrebs. Die Behandlung war lang und belastend. Nach mehreren Operationen wurde ihm ein Lungenflügel entfernt.

    Trotz dieser gesundheitlichen Einschränkung setzte er seine Arbeit fort. Viele Zuschauer wussten damals nicht, wie anstrengend Dreharbeiten für ihn gewesen sein müssen.

    Seine Bewegungen wurden mit der Zeit langsamer. Dennoch blieb seine Neugier erhalten. Vor der Kamera strahlte er weiterhin Ruhe, Humor und Lebensfreude aus.

    Die Krankheit veränderte jedoch seinen Alltag. Lange Drehtage wurden zunehmend schwieriger. Schließlich entschied er sich, seine regelmäßige Arbeit bei „Löwenzahn“ zu beenden.

    Peter Lustig ging 2005 in den Ruhestand. Ab 2006 übernahm Guido Hammesfahr als Fritz Fuchs die Hauptrolle der Sendung.

    Sein Abschied war kein vollständiges Verschwinden

    Obwohl er nicht mehr regelmäßig moderierte, blieb Peter Lustig eng mit „Löwenzahn“ verbunden. In einer späteren Sonderfolge begegneten sich die Figuren Peter Lustig und Fritz Fuchs sogar innerhalb der Handlung.

    Damit gelang ein respektvoller Übergang. Die Sendung konnte weitergeführt werden, ohne ihren früheren Moderator zu vergessen.

    9. Das Gerücht, er habe Kinder nicht gemocht, war falsch

    Über viele Jahre hielt sich ein hartnäckiges Gerücht: Peter Lustig habe Kinder angeblich nicht leiden können. Diese Behauptung entstand durch eine zugespitzte Boulevard-Schlagzeile.

    Der ursprüngliche Zusammenhang war jedoch ein anderer. Peter Lustig hatte nicht gesagt, dass er Kinder grundsätzlich ablehne. Vielmehr sprach er darüber, dass Dreharbeiten mit großen Kindergruppen schwierig sein können.

    Aus einer differenzierten Aussage wurde eine einfache und provokante Überschrift. Später stellte er selbst klar, dass die Behauptung absurd sei.

    Seine Arbeit spricht ebenfalls gegen dieses Gerücht. Über Jahrzehnte entwickelte er Inhalte, die Kinder ernst nahmen. Er sprach nicht von oben herab und behandelte junge Zuschauer nicht wie ein Publikum, das man mit lauten Effekten beschäftigen muss.

    Allerdings war Peter Lustig auch kein klassischer Kinderunterhalter. Er wollte nicht ständig lustig sein oder mit Kindern spielen. Seine Stärke bestand darin, ihnen auf Augenhöhe Wissen zu vermitteln.

    10. Seine Arbeit erhielt bedeutende Auszeichnungen

    Peter Lustigs Einfluss auf das Bildungsfernsehen wurde mehrfach gewürdigt. Er erhielt 1980 und 1982 den Grimme-Preis. Diese Auszeichnung zählt zu den wichtigsten deutschen Fernsehpreisen.

    Im Jahr 2007 wurde ihm außerdem das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Damit ehrte man seinen Beitrag zur Bildung und seine besondere Art der Wissensvermittlung.

    Solche Auszeichnungen waren verdient. Peter Lustig prägte nicht nur eine erfolgreiche Fernsehsendung. Er veränderte die Vorstellung davon, wie Bildungsinhalte für Kinder präsentiert werden können.

    Er bewies, dass Lernen weder laut noch hektisch sein muss. Ein neugieriger Mensch, eine gute Frage und ein verständliches Experiment können ausreichen, um Aufmerksamkeit zu wecken.

    Peter Lustig starb am 23. Februar 2016 im Alter von 78 Jahren. Sein Tod löste bei vielen Menschen große Anteilnahme aus. Zahlreiche Zuschauer erinnerten sich an Nachmittage vor dem Fernseher, an den Bauwagen und an Fragen, die sie seit ihrer Kindheit begleitet hatten.

    Was machte Peter Lustigs Erklärstil so besonders?

    Sein Erfolg beruhte nicht auf einer einzelnen Eigenschaft. Vielmehr kamen mehrere Dinge zusammen.

    Er nahm seine Zuschauer ernst

    Peter Lustig sprach klar und direkt. Er vermied eine künstliche Kindersprache. Gleichzeitig erklärte er Fachbegriffe so, dass sie leicht verständlich wurden.

    Er zeigte den Weg zur Antwort

    In „Löwenzahn“ wurde Wissen nicht einfach verkündet. Die Zuschauer konnten beobachten, wie eine Frage untersucht wurde. Dabei gehörten Irrtümer und Umwege ganz selbstverständlich dazu.

    Er verband Humor mit Sachwissen

    Die Begegnungen mit Nachbar Paschulke sorgten oft für komische Situationen. Der Humor lenkte jedoch selten vom Thema ab. Stattdessen half er dabei, komplizierte Inhalte leichter zu verstehen.

    Er blieb glaubwürdig

    Peter Lustig wirkte nicht wie ein perfekter Fernsehheld. Er war manchmal müde, skeptisch oder ratlos. Genau das machte ihn menschlich.

    Häufige Fragen zu Peter Lustig

    Wie alt wurde Peter Lustig?

    Peter Lustig wurde 78 Jahre alt. Er wurde am 27. Oktober 1937 geboren und starb am 23. Februar 2016.

    Warum hörte Peter Lustig bei „Löwenzahn“ auf?

    Er zog sich vor allem aus gesundheitlichen Gründen zurück. Nach seiner Krebserkrankung lebte er mit nur einem Lungenflügel. Die langen und körperlich anstrengenden Drehtage wurden für ihn zunehmend belastend.

    Wer wurde sein Nachfolger bei „Löwenzahn“?

    Guido Hammesfahr übernahm die Hauptrolle als Fritz Fuchs. Seit 2006 lebt diese Figur im bekannten Bauwagen in Bärstadt.

    War Peter Lustig wirklich Techniker?

    Ja. Er wurde zum Rundfunkmechaniker ausgebildet, studierte Elektrotechnik und arbeitete als Techniker sowie Toningenieur. Seine technischen Kenntnisse halfen ihm später bei seinen verständlichen Erklärungen.

    Hat Peter Lustig Kinder wirklich nicht gemocht?

    Nein. Dieses Gerücht beruhte auf einer aus dem Zusammenhang gerissenen Boulevard-Schlagzeile. Er selbst bezeichnete die Behauptung später als absurd.

    Wie hoch war das Vermögen von Peter Lustig?

    Dazu gibt es keine verlässlich belegten öffentlichen Angaben. Zahlen, die auf einzelnen Unterhaltungsseiten genannt werden, beruhen häufig auf Schätzungen und sollten nicht als gesicherte Fakten betrachtet werden.

    Peter Lustigs Vermächtnis im deutschen Fernsehen

    Peter Lustig gehört zu den prägendsten Persönlichkeiten des deutschen Bildungsfernsehens. Seine Sendungen verbanden Unterhaltung, Forschung, Naturkunde, Umweltbewusstsein und Technik.

    Viele moderne Wissensformate arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip. Eine sympathische Person geht einer Frage nach, besucht Experten, führt Experimente durch und übersetzt Fachwissen in eine verständliche Sprache.

    Dennoch bleibt Peter Lustigs Stil unverwechselbar. Er brauchte kein schnelles Tempo, keine spektakulären Animationen und keine übertriebene Musik. Seine wichtigste Stärke war echte Neugier.

    Auch die alten „Löwenzahn“-Folgen wirken deshalb erstaunlich zeitlos. Natürlich haben sich Geräte, Fahrzeuge und wissenschaftliche Erkenntnisse teilweise verändert. Die grundlegenden Fragen sind jedoch geblieben.

    Wie wollen wir leben? Wie gehen wir mit der Natur um? Welche Technik brauchen wir wirklich? Und warum sollten wir Dinge genauer betrachten, bevor wir uns eine Meinung bilden?

    Fazit: Peter Lustig machte Neugier zu seinem Lebenswerk

    Peter Lustig war weit mehr als der freundliche Mann mit der blauen Latzhose. Seine Biografie führte ihn von einer durch Krieg und Flucht geprägten Kindheit über die Elektrotechnik und Tontechnik bis ins deutsche Kinderfernsehen.

    Er nahm eine historische Rede auf, schrieb Bücher und Drehbücher, baute ungewöhnliche Konstruktionen und erklärte Millionen Menschen die Welt. Gleichzeitig musste er eine schwere Krankheit bewältigen, die seinen Alltag und seine spätere Karriere stark beeinflusste.

    Sein größter Erfolg war jedoch nicht ein Fernsehpreis oder eine hohe Einschaltquote. Peter Lustig zeigte Kindern und Erwachsenen, dass Fragen keine Schwäche sind. Im Gegenteil: Jede Entdeckung beginnt mit jemandem, der genauer hinschaut.

    Sein Bauwagen, seine Nickelbrille und seine ruhige Stimme bleiben Teil der deutschen Fernsehgeschichte. Vor allem aber lebt seine Botschaft weiter: neugierig bleiben, selbst denken und die Welt nicht einfach als selbstverständlich hinnehmen.

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